Warum das Standardbüro ausgedient hat – es aber immer noch da ist
Das deutsche Standardbüro der 60er bis 90er Jahre. Immer noch erstaunlich präsent.
Wer kennt es nicht?
Lange Flure, Türen zu beiden Seiten. Dunkelgrauer Nadelfilzteppich. Abgehängte Gipskarton-Kassettendecke, weiße Wände. Vielleicht kürzlich renoviert, aber dennoch altbacken.
So oder ähnlich wird es zahlreich zur Vermietung angeboten. Der Bestand und das Angebot scheinen unendlich.
Unendlich ist hier in jedem Fall die Langeweile. Oder noch viel schlimmer: Das Unbehagen bei der Arbeit in diesen Räumen. Gerade für Mitarbeitende der Generationen Y und Z.
Aber warum ist das eigentlich so? Seit mindestens 15 Jahren erleben wir einen grundlegenden Wandel bei der Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten. Den „Homo Büropitekus“ wie wir ihn jahrzehntelang kannten, gibt es so nicht mehr. Der Abteilungsleiter oder die -leiterin, der als Lonely Sheriff agierte und in seinem Büro die Entscheidungen fällte, die von einer Gruppe voneinander unabhängiger und im Wettbewerb stehender Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vorbereitet wurden.
Heute wird anders gearbeitet und entschieden: kollaborativer. mitbestimmter. Auf Augenhöhe. Und hybrid. Gerade junge MitarbeiterInnen kennen gar keine andere Form der Zusammenarbeit. Für sie ist es ein Schock, in ein kleines Büro mit geschlossener Tür gesetzt zu werden und andere Kollegen und Kolleginnen nur dann zu sehen, wenn man sich einen Tee oder Kaffee aus der Teeküche holt oder unter Aufbringung höchsten Mutes an verschlossene Türen klopft. Und als Führungskraft bei zu treffenden Entscheidungen nicht die Sicherheit des Teams im Rücken zu wissen.
Nur: Die heutige Form der Zusammenarbeit wird vom Standardlayout des deutschen Standardbüros nicht ansatzweise unterstützt. Das Büro von gestern für die Arbeit von heute und morgen passen einfach nicht zueinander. Denn die alten Büros waren für ein anderes Arbeiten konzipiert und codiert. Für das Arbeiten fein eingeteilt nach Status und Hierarchien. Eine Büroachse mehr Raum für den Vorgesetzten. Ein besseres Telefon und ein größerer Tisch nach Jahren erfolgreicher Selbstaufgabe. Für den Bereichsleiter schlussendlich ein Vorzimmer mit AssistentIn.
Nun lassen sich alte Bürogebäude selbst mit größerem Aufwand nicht ohne Weiteres in New Work Flächen verwandeln, da sie strukturell grundlegend anders konzipiert sind. Oft fehlt es an der notwendigen Raumtiefe für Open Space Büros mit aktivitätsbasierten Zonierungen.
Für einen Vortrag vor Unternehmern habe ich diese weiterwachsende Diskrepanz herausgearbeitet. Sie resultiert aus der schlichten Tatsache heraus, dass unser Bürobestand gigantisch groß ist, und die Investitionsmöglichkeiten und auch praktischen Umsetzungsmöglichkeiten für größere strukturelle Veränderungen schlicht nicht annähernd ausreichend sind, um die neuen kollaborativen Arbeitsformen in größerem Maßstab abbilden zu können. Die Zeiträume, in denen sich nennenswerter Gebäudebestand grundlegend verändern kann, überdauern Jahrzehnte. Zu langsam.
Manche suchen und finden daher den schnellen Ausweg: Kein Wunder, dass Start-ups so gern in alte Industriehallen gehen. Dort finden sie große offene Räume mit ausreichender Raumtiefe für die Realisierung von aktivitätsbasierten Arbeitswelten. Aber diese sind rar und das Angebot winzig.
Die Trägheit der Umstellung bedeutet, dass Anbieter von Arbeitsflächen auf der einen Seite und Unternehmer auf der anderen Seite momentan wenig Schnittmengen finden, um miteinander ins Business zu kommen. Man muss sich arrangieren. Das Beste draus machen. Das ist aber leider oft zu wenig.
Was kann also getan werden, um diese Brücke zu schlagen?
Vermieter von Büroflächen müssen sich im Klaren darüber sein, dass sie nur dann längerfristig und zu guten Konditionen neue Mieter binden können, wenn sie ihre Flächen der heutigen Arbeitstypologie soweit es geht annähern. Die meisten von ihnen glauben, dass sie günstig davonkommen können, wenn sie ihre Bürofläche oberflächlich für neue Mieter renovieren. Ein neuer Teppich. Eine neue Küche. Vielleicht neue Waschbecken in den WCs. Aber die Flächen strukturell anfassen? Ein Fass ohne Boden. Aber genau diese Schritte würden die Flächen wirklich zukunftsfähig machen. So verzögert sich am Ende sogar noch die Umstellung. Wer sich im Internet die entsprechenden Portale anschaut, sieht schnell, dass es von genau diesen Flächen ein großes Angebot gibt. Aber zufrieden damit sind die wenigsten potenziellen Mieter. Es ist eher die Auswahl nach dem einigermaßen Erträglichen als die pure Freude über eine wirklich passende attraktive Fläche.
Eine gute Innenraumgestaltung und die richtigen Möbel können dabei helfen, die Situation bei unzulänglichen Raumstrukturen deutlich zu verbessern. Und Basiswerte wie eine gute Ergonomie am Arbeitsplatz und Mehrfachnutzungen von existenten Räumen lassen sich auch in Bestandsimmobilien gut realisieren, wenn man ein intelligentes Raumkonzept ausarbeitet.
Die richtige Einrichtung zum passenden Budget zu finden, und Flächen soweit es möglich ist in individualisierte, zum Unternehmen passende Arbeitsräume zu verwandeln, dafür stehen wir bei Archicon. Auch die akustische Optimierung gehört bei modernen Büros als integraler Bestandteil dazu.
Sprecht uns an, wir unterstützen gern!


